Happy New Year … nachträglich
Es ist wohl etwas spät, allen ein frohes neues Jahr zu wünschen, aber die Zeit vergeht schneller, als man „Der Heiler ist schuld“ sagen kann.
Mein World of Warcraft-Konto liegt jetzt schon seit Monaten auf Eis, und ehrlich gesagt, sehe ich mich in nächster Zeit auch nicht nach Azeroth zurückkehren. The War Within war okay. Die Inhalte waren solide, aber irgendwie hatte man nach kurzer Zeit wieder das Gefühl, immer das Gleiche zu tun – was nicht zwangsläufig schlecht sein muss. Die Delves fand ich super, und das Warband-System ist auch eine coole Neuerung. Aber am meisten Spaß hatte ich in MMOs schon immer in Instanzen. Die waren in WoW schon immer richtig gut, und das ist auch in The War Within so geblieben. Als Gelegenheitsspieler bin ich allerdings auf zufällige Gruppen (Random Groups) angewiesen, und das kann mal gut, mal schlecht laufen. Leider überwiegen mittlerweile die negativen Erlebnisse. Schon daran, dass kaum jemand noch ein „Hallo“ in den Gruppenchat schreibt, merkt man, wie sehr sich das Spielerlebnis verändert hat. Manchmal fühlt es sich an, als würde man mit NPCs spielen, nicht mit echten Menschen. Richtig schlimm wird es auf dem mythischen Schwierigkeitsgrad: Ohne Plan wird einfach gepullt, Leute schnauzen sich an, und wenn es mal nicht läuft, verlässt jemand einfach die Gruppe. Mythische Instanzen sollen ja herausfordernd sein, aber ohne eine feste Gruppe – vor allem als Heiler – ist das echt ein Albtraum. Kein Wunder, dass viele lieber Delves spielen, wenn sie dort genauso gute Ausrüstung bekommen. Am Ende bleiben in den Random M+ Gruppen nur noch toxische Spieler oder diejenigen, die nicht wissen, worauf sie sich eingelassen haben. Und für mich bedeutet das leider: Ich habe keine Lust mehr auf ein Spiel, in dem ein wichtiger Teil des Contents für mich unspielbar geworden ist. Ich sehe da auch keine Besserung, denn die Community selbst ist ein großer Teil des Problems. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als mich nach anderen Spielen umzusehen.
Was habe ich also die letzten Monate gespielt?
Ein Spiel, das mich positiv überrascht hat, ist Pantheon: Rise of the Fallen. Ursprünglich ein Kickstarter-Projekt, befindet es sich seit Dezember im Early Access und wird von einem kleinen, engagierten Team entwickelt. Es orientiert sich stark am klassischen EverQuest, was man sofort merkt. Beim ersten Blick auf Gameplay-Videos könnte man denken: „Das wirkt veraltet.“ Die Kämpfe sind eher gemächlich, die Grafik entspricht nicht modernen Standards. Doch das Spiel macht unmittelbar Spaß. Pantheon bietet eine klassische MMO-Erfahrung mit einer offenen und fordernden Spielwelt, die sofort fesselt. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, findet auf YouTube zahlreiche Videos dazu. Das Spiel ist allerdings nicht nur Early Access, sondern eher Early Alpha. Es gibt regelmäßig Updates, aber viele Inhalte fehlen noch. Dadurch ist es auch auf den Servern mittlerweile ruhiger geworden, und ich spiele selbst nur noch selten. Trotzdem freue ich mich auf das fertige Produkt – wenn die Entwickler es wirklich schaffen, ihre Pläne umzusetzen. Falls jemand Interesse hat: Man sollte sich bewusst sein, dass es aktuell nur auf Englisch verfügbar ist und nicht gerade billig.
Die meiste Zeit habe ich aber in Der Herr der Ringe Online verbracht. HdRO ist bei mir auf Platz zwei, was meine MMO-Spielzeit betrifft. Und ja, auch 2025 ist es immer noch ein solides Spiel mit einer stabilen Community. Es hat den Ruf, eines der freundlichsten MMOs zu sein, und das kann ich nur bestätigen. Wer heute einsteigt, sollte sich aber nicht aufs Maximallevel fixieren. Das liegt mittlerweile bei 150. Laut Foren kann man es in etwa 100 Stunden erreichen, aber realistischer sind 400 Stunden – oder man schafft es gar nicht, bevor die nächste Erweiterung kommt. HdRO gibt es seit 2007, und klar, das sieht man auch. Aber zwei Dinge können das Spielerlebnis wirklich stören. Erstens: das UI. Wer das Spiel auf einem 4K-Monitor startet, bekommt eine wunderschöne Welt zu sehen – und ein winziges User-Interface. Man kann es zwar skalieren, aber nicht für alles, und Tooltips sind teilweise kaum lesbar. Das nervt einfach. Die Entwickler haben schon oft versprochen, daran zu arbeiten, aber bislang hat sich nichts getan.
Das zweite Problem sind die Lags. Ich erlebe sie selten, aber sie scheinen ziemlich verbreitet zu sein. Der Hauptgrund: Das Spiel läuft auf veralteter 32-Bit-Technologie. Es gibt zwar Progressionsserver mit modernerer 64-Bit-Technik, die das Problem nicht haben, aber die normalen Server sind davon noch betroffen. Zum Glück haben die Entwickler angekündigt, dass im Frühling neue Server mit 64-Bit-Technologie kommen und man kostenlos dorthin transferieren kann. Die alten Server werden dann nach und nach abgeschaltet. Ich hoffe, dass mit diesem Upgrade auch das UI endlich überarbeitet wird.
Alles in allem bleibt abzuwarten, wie sich diese Spiele weiterentwickeln. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt!